Wurde der Roman von einer KI geschrieben?

Kurze Antwort: Nein. KIs verfassen Texte. Menschen schreiben Geschichten. Sie wollen dabei etwas ausdrücken, konstruieren Gedankengebäude, haben eine Absicht.

KI hat (bislang) überhaupt keine Absicht. Ein Algorithmus ist darauf trainiert, das wahrscheinlichste nächste Wort zu berechnen. Wahrscheinlichkeit bedeutet Durchschnitt. Durchschnitt bedeutet Erwartbarkeit – Langeweile.

Man kann man KI (per Prompt oder Parameter) zwar zwingen, extrem „kreativ“ zu sein. Dann weicht sie von der Norm ab. Mathematisch ist für sie aber ein brillanter, unerwarteter Plot-Twist so ziemlich dasselbe wie eine völlig wirre Halluzination. Die KI empfindet nicht, ob die Überraschung begeistert oder befremdet.

Wo KI hilfreich ist: Sie kürzt die Arbeit enorm ab. Sie dient als Sparringspartner in Diskussionen zu Plots, sie übernimmt Recherchen, prüft Plausibilitäten und macht Textvorschläge aufgrund genauer Vorgaben. Dialoge mit der KI sind hilfreich zur logischen Plot-Konstuktion, zur Prüfung von Zusammenhang und Rechtschreibung, oft auch für einen ersten Textentwurf.

Wo KI fast immer scheitert, ist die Einschätzung von Zeit und Raum. KI hat keine Ahnung, wie lange Menschen für bestimmte Aktionen brauchen. Sie kann nicht einschätzen, wie körperliche Dinge überzeugend dargestellt werden. Sie erkennt nicht gut, wie Texte auf Leserinnen und Leser wirken, wo ein Wechsel der Atmospäre zwischen Kapiteln nötig ist, welche Formulierung in einem speziellen Satz besser ist oder ob der Spannungsbogen stimmt.

Der Autor ist der Chefkoch: Er weist das Küchenpersonal an, nach seinen Rezepten zu kochen. Er überprüft die Arbeit. Er schmeckt ab und würzt nach. Manchmal ist er erfreut über eine neue Idee. Und spätestens, wenn es schwierig wird, stellt er sich selbst an den Herd. Aber fürs Restaurant braucht er sein Team. Nicht weil es besser kocht, sondern um die Arbeit zu bewältigen.

Am Ende zählt das Ergebnis – und das verantwortet allein der Autor. Nicht Gemini, auch wenn er im Buch als Co-Pilot erwähnt ist – der Grund ist eine Mischung aus augenzwinkernder Selbst-Ironie und souveräner Transparenz.

Die Romane hätten ohne KI entstehen können. Dann wären sie allerdings nicht entstanden. Allein die Recherchen hätten zu viel Zeit erfordert.

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